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Zwischen FM4 und RTL Zwei: Im Puppenhauspop ist für alle etwas dabei
Das Wiener Popduo tauchen veröffentlicht mit ihrem Debut „Alles“ Indiepop für die Vielen Bunt gestrichen ist das Puppenhaus, welches das Wiener Popduo tauchen (Eva-Maria Kehrer und Marten Kaffke) auf ihrem Debutalbum „Alles“ gebaut hat. Und antiseptisch ist die Soundästhetik des deutschsprachigen Synthpop dort. „Alles“ ist ein bisschen lieb. Den Zeitgeist lutscht man aus dem Eis im gleichnamigen Track dazu - wahrscheinlich in Caorle. Denn alles ist easy, alles ist nice. Die
28. März


Der Meusburger und die Maschine
„Processing Pinocchio“: Im Schubert Theater hat die KI die Puppe tanzen lassen Simon Meusburger (Regie & Bühne) hat die KI ein Theaterstück schreiben lassen (Text: ChatGPT). Sie hat auch die Musik komponiert und die Visuals entworfen (Projektionen: Sora, Musik: Udio, Avatar Animation: d-id). Wenn die archaische Erzählform des Märchens auf die philosophischen Fragen unserer Zeit trifft, wenn Pinocchio zur KI, zu Pinochio 2.0 wird, die künstliche Intelligenz also eine Geschicht
3. März


Am Anfang einer Mutter: Zwischen Euphorie und Kapitulation
Uraufführung: Das TEATA gastiert mit „Lebenswerk. Über das Mutterwerden“ im Theater Nestroyhof Hamakom Der autobiografische Aufreger „Lebenswerk“ der britischen Autorin Rachel Cusks erzählt aus ihren ersten Jahren als Mutter und ist die entwaffnend unverblümte Beschreibung eines dreidimensionalen Ausnahmezustandes. Mental, physisch und sozial durchlebt sie die Folgen der Entscheidung für ihre Fortpflanzung als existenzielle Brandrodung. Ängste, alltägliche Banalitäten, gesell
28. Feb.


Defy, recover und in der Stimme das Morgenrot
MAIIJA veröffentlicht mit „What if“ ein gefühlvolles Glanzlicht des österreichischen Indie Pop Musikerin, Sängerin und Komponistin Marilies Jagsch prägt seit über 15 Jahren die Wiener Musikszene mit. Nach zwei frühen Soloalben macht sie seit 2023 vermehrt Musik im Kollektiv und hat sich mit Produzent Peter Paul Aufreiter, diversen Studiogästen und Live Band auf ein Packl gehauen, das sie MAIIJA nennt und mit dem sie nun ihr zweites Album veröffentlicht. „What if“ – Was wäre w
13. Feb.


Mitleid mit dem Mörder: „Woyzeck“ salutiert im Ateliertheater
Regisseur Heinz-Arthur Boltuch inszeniert den ikonischen Stoff unmittelbar und ungefiltert Ob Georg Büchner Mitte des 19. Jahrhunderts sich vorstellen konnte, dass sein Dramenfragment über den in die soziale Enge getriebenen kleinen Mann zum zeitlosen Meisterwerk und zu einem der meistgespielten und einflussreichsten Dramen der deutschen Literatur werden würde? Wahrscheinlich nicht. Des archetypischen Motivs jedoch, ist er sich natürlich bewusst gewesen und mit seiner mitreiß
13. Feb.


Uraufführung im Theater Drachengasse: Die Mechanismen der Macht und deren sarkastische Entzauberung
Valerie Voigt inszeniert mit Kiki Miru Miroslava Svolikovas „Staatsfragmente (Ein Königsmärchen)“ ein Stück, das sich mit der Macht an sich und skrupellosen Mächtigen anlegt Als die Menschheit ihren Anfang nahm, war es noch relativ still. Da knisterte höchstens das Lagerfeuer, um das sich nun drei sonderbare, urzeitliche Gestalten auf der Bühne bewegen. Gebückt, auf hölzerne Armverlängerungen gestützt, stumm und weiß im Reifrock. Das Weiß der Unschuld ist es jedoch nicht. Die
4. Feb.


Der Zorn der Verzweifelten
Im Kosmos Theater wird der Jugoslawienkrieg jetzt anders erzählt. In „Die verschissene Zeit“ kommt die Perspektive jener zum Tragen, die für gewöhnlich ignoriert werden. Rabiat und einfühlsam zugleich gelingt ein Balanceakt, der auf dem gleichnamigen Poproman von Barbi Marković beruht Eine Gruppe Teenager, halbstark, im schmuddeligen Tracksuit-Look der 90er-Jahre (Kostüm: Ivana Kličković) hängt in Banovo brdo ab. Der Habitus ist provokant, die (Körper)Sprache des harten Hunde
23. Dez. 2025


Künstlerische Bruchlandung mit Johann Strauss im Odeon Theater
„Fleder.Strauss – Ein Künstler Innen Leben“ landete am Dienstag zur Uraufführung recht holprig. Ein fiktiver Flugunfall wird zur unfreiwilligen Selbstironie. Die Koproduktion des hauseigenen Serapions Theaters und des bernhard.ensembles ist nur in ihrem Auftreten ein Hingucker. Die Handlung bleibt auf der Strecke Im Duty Free Shop kann man noch eine Kleinigkeit kaufen. Dann weisen die Flugbegleiterinnen dem Publikum die Plätze an. Durch Gate 1 und Gate 2 nehmen auch Mitgliede
29. Nov. 2025


Wenn’s kühl wird: Kuscheln im Onesie!
Clara Luzias neue Band firmiert unter dem Namen „The Quiet Version“ und klärt damit gleich, worum es geht. Nun gibt es das erste Album, das „Horelia“ heißt Clara Luzia dreht mit ihrer neuen Band die Amplituden runter. „Weil ich mit meiner Stammband für viele Spielstätten zu laut geworden bin, habe ich eine zweite Band zusammengestellt, mit der wir nun auch dezibelsensiblere Räumlichkeiten mit Sitzpublikum beschallen können.“ Clara Luzia & The Quiet Version heißt die neue Comb
29. Nov. 2025


Träume und deren politische Dimension
Uraufführung am Wiener Schauspielhaus: Marie Bues inszeniert „Die Verhandlung der Träume“ von Mehdi Moradpour Ein Monolog beginnt das Halbdunkel zu füllen. Der Dolmetscher Caliban (Tala Al-Deen) denkt über seine Geschichte nach, über seine Kindheit und die Flucht vor dem Regime. Auf einer Videoprojektion hinter dem Schleiervorhang sind seine Gesichtszüge zu erkennen. Sein Vater lebt ein einsames Leben im Herkunftsland. Ist Calibans durchwachsenes Glück im Exil das Leid seines
14. Nov. 2025


Die Transkription der Wahrheit
Deutschsprachige Erstaufführung: In „Spiegel“ durchleuchtet die britische Dramatikerin Sam Holcroft auf grandiose Weise, wie Kunst als Schönheitsideal in totalitären Systemen für Propaganda missbraucht wird. Das Theater Spielraum hat dazu eine Produktion, Stück um Stück um Stück, zu einem raffiniert dystopischen Menetekel aufeinandergestapelt An der Abendkasse in der Kaiserstraße bekommt man diesmal zur Eintrittskarte auch eine Hochzeitseinladung dazu. Am Eingang zum Saal wir
1. Nov. 2025


Zwischen den Stühlen oder die Verhandlung der Identität
Premiere im Theater am Werk: „Richterskala 7,8“ von und mit Elif Bilici und Özge Dayan-Mair ist ein vitales Manifest für Sichtbarkeit und Selbstverwirklichung Ein Strand. Weiße Plastikstühle liegen und stehen umher, als wäre es der Morgen nach einer langen Nacht. Zwei Frauen sitzen dort. Sie könnten die Übriggebliebenen dieser Party sein. Und dieser Strand, er könnte an der Copa Cagrana oder aber an der Ägäis in Izmir liegen. Die beiden jedenfalls, sind aus der Türkei und leb
30. Okt. 2025


Wie man der Fledermaus die Flügel stutzt
Johann Strauss´ Klassiker wird in „Die Rache der Fledermaus“ von der Wiener TheaterArche genussvoll zerknüllt und zu einem clownesken Lustspiel mit gesellschaftspolitischen Pointen auseinandergefaltet Können Sie es noch hören? Im Jubiläumsjahr des Walzerkönigs gleiten die Dreivierteltakte über die Bühnen Wiens wie der Lurch über den Parkett beim Durchlüften. Und jetzt gibt es wieder eine Neuinterpretation der Fledermaus. Was aber an großen Spielstätten nicht gelingen würde, k
24. Okt. 2025


Vom (Über-)Leben im Fürchterlichen und im Schönen
Die Indie-Rocker Naked Lunch waren in Österreich so etwas wie Säulenheilige der heimischen Musiklandschaft. Erfolge feierten sie aber auch über die Grenzen des Landes hinaus. Nach langer Abstinenz erscheint nun ein neues Album „Zu viele Jahre habe ich mich gefragt, ob es denn überhaupt noch Menschen gibt, die Freude hätten mit einer neuen Platte von uns?“, meinte einmal Oliver Welter, Mastermind und Sänger von Naked Lunch. Ja, sagen viele im Nachbarland und auch die einschläg
16. Okt. 2025


So lange, wie die Autorin Atem hat
Die Stückentwicklung „Krepierkenntnis“ wurde am Samstag im Theater am Werk am Petersplatz uraufgeführt. Der performative Nachhall an die früh und plötzlich verstorbene Salzburger Autorin Helena Adler begeisterte das Publikum Das Theater am Werk ist eine coole Sau. Die Spielstätte am Petersplatz, das flamboyante Kellertheater in Mitten des dekadenten Gucci-Glitters und der historischen Pracht des 1. Wiener Gemeindebezirks, ist ein Kleinod mit subversivem Kontrastprogramm zu de
14. Okt. 2025


Der Wurstkessel und die Larmoyanz
Das musikalische Netzwerk Alles Exhausted veröffentlicht mit ihrem selbstbetitelten Debüt ein Album, das ziemlich erschöpft Mit lallendem Ostinato schwelgt dort der Shoegaze-Sound eines postmodernen Fin de Siècle in tropfender Belanglosigkeit. Das Geschmachte hinter den Gesangsmikrophonen ist der Art einerlei, es kommt einem moribunden Gähnen gleich. Was die meisten wissen und kaum jemand sagt: Die junge Wiener Indie-Szene plantscht zu oft im eigenen Wurstkesselwasser. Wenig
11. Sept. 2025


Elektronische Elegien von Bruch
Philipp Hanich ist Bruch und veröffentlicht mit „The Harbour of the Broken Hearted“ sein neues Album. Bewusst intonierter Pathos trifft...
20. Juni 2025


Wien und die Liebe
Ernst Molden veröffentlicht gemeinsam mit Neue Wiener Concert Schrammeln „mei liab“. Sein neues Album steht ganz im Zeichen des Lovesongs...
26. Apr. 2025


Im Gitarrenbad der Gefühle
The New Mourning haben dringliches im Gepäck. Ausgepackt wird das neue Album „Songs of Confusion“ im Jänner. Es wird nachdenklich aber...
26. Feb. 2025


Blut an den Wänden: In 1060 Wien geht das Grauen um
Im Theater an der Gumpendorfer Straße (TAG) verzahnen Alexander Pschill und Kaja Dymnicki erbaulichen Humor mit brünstigem Horror. Am Samstag feierte ihre Inszenierung von „Der Sumpf des Grauens“ Premiere. Eine originelle Komödie mit Werwolf ist das Ergebnis Den Sumpf des Grauens, wo finden wir den? In Baskerville? Im modrigen Keller eines Theaters? Im schottischen Stück? Auf den Probebühnen, wo Neuröschen und Missgunst gelegentlich Produktionen wanken lassen, also im dunklen
7. Nov. 2024
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