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Der Zorn der Verzweifelten
Im Kosmos Theater wird der Jugoslawienkrieg jetzt anders erzählt. In „Die verschissene Zeit“ kommt die Perspektive jener zum Tragen, die für gewöhnlich ignoriert werden. Rabiat und einfühlsam zugleich gelingt ein Balanceakt, der auf dem gleichnamigen Poproman von Barbi Marković beruht Eine Gruppe Teenager, halbstark, im schmuddeligen Tracksuit-Look der 90er-Jahre (Kostüm: Ivana Kličković) hängt in Banovo brdo ab. Der Habitus ist provokant, die (Körper)Sprache des harten Hunde
23. Dez. 2025


Künstlerische Bruchlandung mit Johann Strauss im Odeon Theater
„Fleder.Strauss – Ein Künstler Innen Leben“ landete am Dienstag zur Uraufführung recht holprig. Ein fiktiver Flugunfall wird zur unfreiwilligen Selbstironie. Die Koproduktion des hauseigenen Serapions Theaters und des bernhard.ensembles ist nur in ihrem Auftreten ein Hingucker. Die Handlung bleibt auf der Strecke Im Duty Free Shop kann man noch eine Kleinigkeit kaufen. Dann weisen die Flugbegleiterinnen dem Publikum die Plätze an. Durch Gate 1 und Gate 2 nehmen auch Mitgliede
29. Nov. 2025


Träume und deren politische Dimension
Uraufführung am Wiener Schauspielhaus: Marie Bues inszeniert „Die Verhandlung der Träume“ von Mehdi Moradpour Ein Monolog beginnt das Halbdunkel zu füllen. Der Dolmetscher Caliban (Tala Al-Deen) denkt über seine Geschichte nach, über seine Kindheit und die Flucht vor dem Regime. Auf einer Videoprojektion hinter dem Schleiervorhang sind seine Gesichtszüge zu erkennen. Sein Vater lebt ein einsames Leben im Herkunftsland. Ist Calibans durchwachsenes Glück im Exil das Leid seines
14. Nov. 2025


Die Transkription der Wahrheit
Deutschsprachige Erstaufführung: In „Spiegel“ durchleuchtet die britische Dramatikerin Sam Holcroft auf grandiose Weise, wie Kunst als Schönheitsideal in totalitären Systemen für Propaganda missbraucht wird. Das Theater Spielraum hat dazu eine Produktion, Stück um Stück um Stück, zu einem raffiniert dystopischen Menetekel aufeinandergestapelt An der Abendkasse in der Kaiserstraße bekommt man diesmal zur Eintrittskarte auch eine Hochzeitseinladung dazu. Am Eingang zum Saal wir
1. Nov. 2025


Zwischen den Stühlen oder die Verhandlung der Identität
Premiere im Theater am Werk: „Richterskala 7,8“ von und mit Elif Bilici und Özge Dayan-Mair ist ein vitales Manifest für Sichtbarkeit und Selbstverwirklichung Ein Strand. Weiße Plastikstühle liegen und stehen umher, als wäre es der Morgen nach einer langen Nacht. Zwei Frauen sitzen dort. Sie könnten die Übriggebliebenen dieser Party sein. Und dieser Strand, er könnte an der Copa Cagrana oder aber an der Ägäis in Izmir liegen. Die beiden jedenfalls, sind aus der Türkei und leb
30. Okt. 2025


Wie man der Fledermaus die Flügel stutzt
Johann Strauss´ Klassiker wird in „Die Rache der Fledermaus“ von der Wiener TheaterArche genussvoll zerknüllt und zu einem clownesken Lustspiel mit gesellschaftspolitischen Pointen auseinandergefaltet Können Sie es noch hören? Im Jubiläumsjahr des Walzerkönigs gleiten die Dreivierteltakte über die Bühnen Wiens wie der Lurch über den Parkett beim Durchlüften. Und jetzt gibt es wieder eine Neuinterpretation der Fledermaus. Was aber an großen Spielstätten nicht gelingen würde, k
24. Okt. 2025


So lange, wie die Autorin Atem hat
Die Stückentwicklung „Krepierkenntnis“ wurde am Samstag im Theater am Werk am Petersplatz uraufgeführt. Der performative Nachhall an die früh und plötzlich verstorbene Salzburger Autorin Helena Adler begeisterte das Publikum Das Theater am Werk ist eine coole Sau. Die Spielstätte am Petersplatz, das flamboyante Kellertheater in Mitten des dekadenten Gucci-Glitters und der historischen Pracht des 1. Wiener Gemeindebezirks, ist ein Kleinod mit subversivem Kontrastprogramm zu de
14. Okt. 2025


Blut an den Wänden: In 1060 Wien geht das Grauen um
Im Theater an der Gumpendorfer Straße (TAG) verzahnen Alexander Pschill und Kaja Dymnicki erbaulichen Humor mit brünstigem Horror. Am Samstag feierte ihre Inszenierung von „Der Sumpf des Grauens“ Premiere. Eine originelle Komödie mit Werwolf ist das Ergebnis Den Sumpf des Grauens, wo finden wir den? In Baskerville? Im modrigen Keller eines Theaters? Im schottischen Stück? Auf den Probebühnen, wo Neuröschen und Missgunst gelegentlich Produktionen wanken lassen, also im dunklen
7. Nov. 2024


Wenn Ironie den Generationen und dem Feminismus begegnet
Mit einem groß aufspielenden Frauenquartett wurde am Mittwoch „Capri“, eine Mutter-Tochter-Geschichte mit all ihren Widersprüchen und...
10. Mai 2024


Stermann und Grissemann im Interview
Das Kabarettduo spricht über Selbstdemontage, ihre lädierten Körper und ihre Vorliebe zur Bühne. Anläßlich ihres neuen Programms "Gags,...
27. März 2024


Das Theater am Werk meldet sich mit „Die Verlorenen“ zurück
Die österreichische Erstaufführung des Opus Magnum von Ewald Palmetshofer war ein gelungener Einstand für die neue Leitung im Kabelwerk....
24. März 2024


Erinnerungen, choreographiert auf die Bühne gezaubert
Im Odeon verzaubert ein experimentierfreudiger „Salto Vitale“. Er erzählt von der fünfzigjährigen Historie des Serapions Ensembles. Ein...
24. März 2024


Die Auseinandersetzung mit sich selbst
Ein Spagat vom Ebnit nach Wien. Und ein anderer von der Bühne zu den Menschen. May Garzon ist großteils in Wien aufgewachsen. Die Tochter...
24. März 2024
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