Wien und die Liebe
- tobiasnatter1
- 26. Apr. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Juni 2025
Ernst Molden veröffentlicht gemeinsam mit Neue Wiener Concert Schrammeln „mei liab“. Sein neues Album steht ganz im Zeichen des Lovesongs
Ernst Molden hat einmal gesagt: „Eigentlich schreibe ich seit Jahrzehnten Lieder, um von ein und derselben Frau cool gefunden zu werden.“ Das Liebeslied, in Wien auch etwas rustikal „Hadern“ (also Fetzen) genannt, ist eine Kunstform, die er stets kultivierte. Dafür zuträglich war Moldens Teilnahme in Nick Caves Klasse an der Schule für Dichtung 1998, als letzterer in seinem Kurs „The Lovesong and How to Write One" erklärte, es gebe keine noblere Kunst, als das Schreiben eines Lovesongs.
„mei liab“, Moldens neues Album, widmet sich nun exklusiv dem Liebeslied und ist ein bunter Blumenstrauß auch an die Liebe selbst. Jeder Song gleicht einer zarten Blume, vom Liedermacher an die verschiedenen Facetten dieser wunderlichen Sache überreicht. Poetisch, anekdotisch, launisch und deshalb auch wienerisch: Mit den Neuen Wiener Concert Schrammeln hatte Molden exzellente Interpreten des Wienerlieds für sein neues Album an seiner Seite. Unter anderem den kürzlich verstorbenen Walther Soyka, die Koryphäe an der Wiener Knöpferlharmonika.
A Turm im Nebl
Und so schmachten die Geigen picksiaß, die Knopfharmonika verdichtet die seelenvolle Atmosphäre mit Nuancen der musikalischen Erzählkunst und während Moldens Blues von seiner Gitarre tropft, vereinigt sich all das zu einer Wiener Melange. Moldens Poetik geht „untad haut“, ist melancholisch, humorig und virtuos auf dem Weg in ihre Tiefgründigkeit. Seine Texte sind von einer phantastisch-realistischen Kraft, deren Tragweite zu erahnen ist, wenn das Alltägliche mit dem Magischen verwoben wird.
Molden, der Dichter, hebt uns auf seine Flügel und fliegt in ein Land voller einfühlsamer Geschichten. „Der Wiener is a Wind und raunzt in die Bam“. „Mei Liab is a Turm im Nebl, wo des obere End kana siat“. „mei liab“ ist, ganz ohne Tran und Trenz, eine Hommage an das Zwischenmenschliche, klingt nach der Weisheit fahrender Spielleute und trägt Wien tief in seiner Brust.









