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Im Land hinter den Bergen

  • tobiasnatter1
  • 25. März 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Nov. 2025

Im Land hinter den Bergen ist ein Kinderbuch, das für Erwachsene genauso funktioniert. Magischer Realismus, humoristische Terry Pratchett – Momente, düsteres Endzeitszenario aus der fantastischen Literatur entlehnt und Elemente des klassischen Märchens erzählen die Geschichte einer jungen Prinzessin, deren Land einer Bedrohung gegenüber steht.


„Junge Prinzessin“  -  da schrillen vielleicht die Klischeedetektoren. Es handelt sich bei Theodora um keine Prinzessin, die von einem Prinzen gerettet werden muss. Vielmehr ist „Im Land hinter den Bergen“ als Entwicklungsgeschichte zu betrachten. Theodora ist Teenager und allein. Sie hat der Welt den Rücken zugewandt. Ihr Diener Theobald (ihre einzige Bezugsperson) macht sich große Sorgen. Die Prinzessin schläft am Tag und schleicht sich nächtens aus der Burg, um mit ihrem Pferd Silberpfeil durch den geheimnisvollen Nimmerwald zu reiten. Dieser wird sonst von niemandem betreten, da die schauerlichsten Geschichten darüber erzählt werden. Theodora kümmert das aber nur wenig. Sie ist stark, fürchtet sich jedoch vor der Welt und den Menschen – die Prinzessin geht ihren eigenen Weg und der ist vorerst im Dunkeln angesiedelt.


Als das wilde Reitervolk der Vogesen rund um König Hadarich alle bekannten Königreiche zwischen den Himmelsrichtungen erobert hat, bedrohen sie nun auch das isolierte Land hinter den Bergen. Um ihr eigenes Leben und das der Menschen in ihrem Land vor den brutalen Vogesen zu retten, muss Theodora nicht nur über ihren bzw. aus dem wortwörtlichen Schatten springen, sie muss der Welt ins Auge blicken, sie muss ihrer zurückgezogenen Existenz ein Ende setzen. Die vorsichtigen Schritte die sie dabei setzt, sind mühsam, machen ihr Angst, bringen sie aber zu den Menschen und lassen sie das Land hinter den Bergen neu entdecken. Ihr Kampf gegen die Vogesen ist gleichzeitig der Kampf gegen ihren seelischen Rückzug.


Theodora ist keine Heldin im klassischen Sinn. Sie ist schüchtern, stur und verletzlich. Ohne die Menschen, die sie trifft, wäre sie, genauso wie ihr Land, verloren. Doch Theodora beweist Mut, überwindet Ängste und somit ihre Einsamkeit, der sie sich zu Beginn bewusst verschrieben hat. Im Land hinter den Bergen ist eine Abenteuerreise durch erhabene Landschaften und in die Psychologie junger Menschen. Die Geschichte ist von starken Naturbeschreibungen geprägt. Die Natur dient als  Seelengemälde und markiert Glück und Depression. Humor begleitet die manchmal dunkle Geschichte vom Anfang bis zum Schluss. Licht und Schatten sind die Rivalen im Land hinter den Bergen. Eine Geschichte wie das Leben: Ein Abenteuer.





 
 
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