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Im Gitarrenbad der Gefühle

  • tobiasnatter1
  • 26. Feb. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. Apr. 2025

The New Mourning haben dringliches im Gepäck. Ausgepackt wird das neue Album „Songs of Confusion“ im Jänner. Es wird nachdenklich aber keineswegs besinnlich


Die Formation rund um Produzent und Songwriter Thomas Pronai, haben ihr zweites Album in den Startlöchern stehen. Gefertigt im eigenen, fast ausschließlich analogen, Studio. Von dort, den burgenländischen Ausläufern der pannonischen Tiefebene, dringt, aus der trockenen Landschaft geboren, organischer Indie-Rock. „Songs of Confusion“ präsentiert sich wuchtiger als der Vorgänger „When The Light Fades“.

Pronais Sechssaiter-Bass bildet dabei eine Art wummerndes Epizentrum, um das zwei Gitarren Soundflächen verlegen, die nur durch das Staccato des hämmernden Schlagzeugs perforiert werden. Sein Gesang schwebt als amorphe Erzählung, diffus wie Nebel, über dem Geschehen und lässt den -  wie die Band es nennt – Drei-Gitarren-Zugang seinen Bombast verrichten. Das kann mitunter recht rurale Züge annehmen, korreliert aber treffsicher mit den Texten und deren Absichten.


Existenzielle Weitwanderung

The New Mourning stellen nämlich die Sinnfrage. Diesen Weg zur Selbsterkenntnis säumen Zweifel, Verwirrungen und andere Turbulenzen. Auf „Songs of Confusion“ klingen sie roh. Auf diesem Weg findet man aber auch Hoffnung und Erlösung. Diese klingen zart, ganz wie man es sich vorstellt. Wer „Songs of Confusion“ hört, nimmt ein Gitarrenbad der Gefühle. Die Emotionen können da schon mal über den Rand schwappen. Von Kitsch kann allerdings keine Rede sein. Man hört die Tiefe und das Dringliche in der atmosphärisch verdichteten Vertonung einer Suche nach Wahrhaftigem.

Der Vektor zeigt also nicht etwa ins Erdbeerland, wo der Sentiment des Zielgruppen-Pop auf die Konsumenten wartet. Er zeigt den möglichen Weg zu einem selbst, ganz ohne Pathos, aber mit dem Mut und der Wucht des Zweifelnden. Und am Ende dieses Weges steht wohl im besten Fall das Ich jener, die diese Geschichten auf „Songs of Confusion“ erzählen und vielleicht auch jene, die sie hören. Denn die Existenz geht der Essenz voraus. The New Mourning begeben sich auf diesen Pfad und laden somit zur existenziellen Weitwanderung. Man kann sich dieser getrost anschließen. „Songs of Confusion“ von The New Mourning erscheint am 17. Jänner beim Wiener Label Noise Appeal Records.







 
 
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