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Eskapistische Mundartakrobatik – »Extremliab« von Äffchen & Craigs

  • tobiasnatter1
  • 24. März 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Stephan "Äffchen" Roiss (Vocals) und Christoph "Craigs" Stadler (Drums und Electronics) machen Oberösterreichischen Dialektrap. Da bleibt kein Auge trocken.


„Wir san wieda do! […] Juhu!“ heißt es auf dem Opener „Hitstorm“. Ansonsten brillieren „Äffchen und Craigs“ auf „Extrem liab“ mit intelligenten, oft dadaistisch anmutenden Texten und herben Drumbeats. Diese betonieren mit organischer Wucht das Fundament des Albums, da sie - im Genre unüblich - live eingespielt sind. Die virtuose Elektrifizierung der Songs ist bei Zeiten melodiös, springt zwischen düsterem Soundexperiment und klingenden Klangeskapaden hin und her, unterstützt entweder Äffchens Schlagergesang oder Craigs stampfende Bassdrum.

Die wilde Mundartakrobatik verteilt derweil - mal dramatisch, mal lustig, also tragikomisch - fette Gnackwatschn an unsere Gesellschaft und deren pathologischen Auswüchse. „Sogar mei Spamordner is laar“, heißt es an anderer Stelle. Witzig die Verpackung, kritisch der Gedanke darin: Schwarzer Schmäh ist der rote Faden auf „Extrem liab“, der Abgründiges kaschieren oder den Fokus zwischen die Zeilen lenken soll. Mal weint Äffchen, mal ist es aggressiv und schnappt nach deinen Wadeln.


Heino und überzeugende Kopfnicker

Die Postmoderne auf „Extrem liab“ ist rotzfrech. Im Dialekt vorgetragene Wortkanonaden feuern in alle Richtungen. Das kapriziöse Liedgut aus Oberösterreich ist irgendwo zwischen Texta, Attwenger (no na), EAV, Bodycount, Cher sowie Heino zu verorten und stellen in musikalische Form gegossene Alltagsgeschichten dar, die einen etwas ratlos zurück lassen. Man denkt sich: Darf man da jetzt lachen?

Doch egal was einem auf diesem Album begegnet, dick aufgetragen, mit eskapistischer Schieflage bleibt ein Song nach dem anderen ein überzeugender Kopfnicker. Die abschließende Single „Canale Grande“ ist Happy End mit open End. Weil: „Wir san jung“, heißt es da ganz am Schluss.





 
 
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