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Beklemmend und befreiend zugleich – Edna Millions Debütalbum »The Pool«

  • tobiasnatter1
  • 10. Mai 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Nov. 2024

»The Pool«, das Debütalbum von Edna Million, ist ein von düsterer Schön­heit beseeltes Werk, das der öster­reichischen Songwriter-Szene neue Facetten beschert.


Auf dem Debütalbum der Songwriterin Edna Million fällt als erstes ihre sonore, dunkle Stimme auf. Man hat das Gefühl, etwas Großes erwartet einen auf „The Pool“. Das könnte mit der Tatsache übereinstimmen, dass die Albumpräsentation im ehrwürdigen Wiener Porgy & Bess stattfinden wird. Das Rätselhafte eines Leonard Cohen oder Tom Waits wird in Erinnerung gerufen. Entrisch und poetisch pirscht sich Edna Millions minimalistische Musik an. Auf düsteren Pfaden vereinen sich Gitarre und Wehmut zu einem sanften Galopp der in eine unheimliche Parallelwelt führt. „A place so strange“ oder „A Room That's Not My Own“ sind Titel, die davon künden. Wie die Songs auf “The Pool” kreieren sie eine Atmosphäre, die beklemmend und befreiend zu gleich sein können. Die Mollamplituden sind im Schattigen angesiedelt und doch stets warm. Das Nachdenkliche bahnt sich seinen Weg durch einen Nebel des Imaginären, auf der anderen Seite erscheinen Gedanken in Texte gezaubert, die, ähnlich mystisch wie Millions Musik, neugierig machen.


Mit den Mitteln der Musik und der Worte

Auf „The Pool“ gibt es keinen Zierrat, keinen Schmuck. Das Album bleibt monochromatisch und erhebt sich nur in Nuancen aus der Reduktion. Der rote Faden ist straff gespannt. Nur das er halt nicht rot, sondern schwarz ist. Die junge Musikerin aus Wien hat etwas von einer Illusionistin, mit dem Unterschied, dass sie mit den Mitteln der Musik und der Worte arbeitet. Sie lässt Raum für Vorstellungen und Interpretationen. Ihre Geschichten dringen tief wie ihre Stimme. Offiziell tun sie das seit 2022. Da wurde Millions erste EP veröffentlicht. Die Reife ihrer Songs beeindruckt auch deshalb. Mit etwas Glück hört man noch viel von der talentierten Sängerin. Heute wohnt sie übrigens in Göteborg. Ihre Musik deswegen als skandinavische Melancholie zu bezeichnen, wäre aber ein übles Klischee. Vielleicht wäre „The Pool“ als dunkles Nordlicht einzuordnen das bessere üble Klischee.







 
 
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